OberammergauMuseum
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Die Kinder der Herrgottschnitzer, eine Porträtserie von Thomas Dashuber

Dauer der Ausstellung: 15. Juni bis 15. Juli.

Im Oberammergau Museum beginnt am 15. Juni eine neue Ausstellungsreihe mit dem Titel „Oberammergauer Fotografien - Oberammergauer Fotografen“.
Als erste von drei Foto-Ausstellungen wird vom 15. Juni bis 15. Juli die Porträtserie „Die Kinder der Herrgottschnitzer“ des Oberammergauer Künstlers Thomas Dashuber gezeigt.

„Der Herrgottschnitzer von Oberammergau“, dieser Titel eines Ganghofer-Romans beschreibt einen bayerischen Mythos - die „Schnitzer“ sind fast schon ein Synonym für den Ort und ebenso bekannt wie das Passionsspiel.

Bereits im Spätmittelalter spielte das Holzschnitzergewerbe in Oberammergau eine herausragende Rolle. Schon zu Ende des 18. Jahrhunderts waren globalisierte Handelsstrukturen entstanden. Die Oberammergauer Händler verkauften Kruzifixe, Heiligen- und Krippenfiguren aber auch Gebrauchsgegenstände und Spielsachen in die ganze Welt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Schnitzereien vor allem in Heim- und Familienarbeit hergestellt, danach entstanden sogenannte Verlegerwerkstätten mit bis zu 100 Angestellten. Auch im 20. Jahrhundert boomte das Schnitzereigewerbe. Die Oberammergauer Schnitzer konnten sich trotz starker Konkurrenz und wirtschaftlicher Krisenzeiten über sechs Jahrhunderte auf dem Markt behaupten. Sie reagierten auf Modeerscheinungen und Bedarfslagen und hielten ihre Kunstfertigkeit immer auf höchstem Niveau.

Geht man jedoch heute durch die zahlreichen Souvenirläden Oberammergaus hat man den Eindruck, dass Schnitzereien oder sakrale Kunst nur noch die allerwenigsten Käufer interessieren. Die Gründe, die dafür genannt werden, sind sehr vielfältig und allgemein: Der schwache Dollar, die Reiseunlust der Amerikaner seit dem 11. September, die maschinell hergestellte Billigware oder die grundsätzliche gesellschaftliche Veränderung. Die Zahl der Schnitzer ist seit den 1980er Jahren rapide gesunken - das Handwerk befindet sich in einer Existenzkrise. Die Zeiten, in denen die Schnitzerei der Haupterwerbszeig in Oberammergau war, sind endgültig vorbei.

Die Porträtserie von Thomas Dashuber ist eine Bestandsaufnahme des Jahres 2006 und zeigt, wie verschieden die Antworten der jeweiligen Schnitzer und Bildhauer auf die derzeitige Situation sind.

Als Einleitung und verbindendes Element der Ausstellungsreihe „Oberammergauer Fotografien – Oberammergauer Fotografen“ werden in allen drei Teilausstellungen historische Aufnahmen des ersten Oberammergauer Fotografen Korbinian Christ (1854 – 1916) gezeigt. Nach „Die Kinder der Herrgottschnitzer“ werden die Ausstellungen "Bitte lächeln - 50 Jahre Kofel Kamera Club. Foto und Film in Oberammergau" vom 20. Juli bis 9. September und "Weiss. Zwei bewegende Reportagen von Florian Wagner" vom 14. September bis 28. Oktober zu sehen sein.

Thomas Dashuber
Geboren 23.9.1971 in Asse / Belgien. Schulzeit in Oberammergau. 1992 - 1995 Studium der Fotografie in Südafrika. Anschließend Mitarbeit bei der Fotoagentur VISUM / Hamburg. 1997 - 2000 freier Redakteur und Dokumentarfilmer für den BR, ARD und arte. Seit 2001 freier Fotograf und Bildjournalist für nationale und internationale Publikationen. Zur Passion 2000 erschien der Dokumentarband ECCE HOMO - The making of a passion play. Thomas Dashuber lebt und arbeitet in München.

Das Begleitprogramm:

Jeden Donnerstag 19:00 Uhr Führungen für Einzelpersonen durch das Museum , die Sonderausstellung "Die Kinder der Herrgottschnitzer" und "Welten hinter Glas", die Hinterglasbilderausstellung im Pilatushaus
Dauer etwa 1,5 Stunden
Gruppenführungen auf Anfrage

Museumspädagogisches Begleitprogramm für Kinder ab 5 Jahren im Oberammergau Museum:
Auge - Nase - Mund. Wir malen uns ein kreatives Verwechselspiel.
Samstag, 30. Juni 2007, 15:00 Uhr, Dauer etwa 2 Stunden
Anmeldung im Oberammergau Museum erforderlich

Der Folder zur Ausstellung

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier als pdf downloaden.

 
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